Filmportrait:
CASPAR DAVID FRIEDRICH - Grenzen der Zeit

Filmplakat CASPAR DAVID FRIEDRICH - Grenzen der Zeit

CASPAR DAVID FRIEDRICH - Grenzen der Zeit


Zum 240. Geburtstag von Caspar David Friedrich
BRD 1986
R: Peter Schamoni, mit: Helmut Griem, Sabine Sinjen, Hans Peter Hallwachs, Walter Schmidinger, Hans Quest, Arndt Lothar Blumhagen, Otto Sander
Länge: 84 Min., FSK: 6 J.

Preisgekrönte Spiel- und Doku-Collage über den legendären Landschaftsmaler.
Der Maler Caspar David Friedrich ist verstorben und wird beigesetzt. Seinem Sarg folgt unter anderem der Arzt und Maler Carl Gustav Carus, der Friedrich in seinen letzten Lebensmonaten behandelt hat und dabei ein ums andere Mal dessen Misanthropie in Kauf nehmen musste.
Rück- und Vorblenden zeigen den Umgang mit Friedrichs Werk. Zu Lebzeiten ist Friedrich als Maler nicht anerkannt, seine oft düsteren Bilder treffen nicht den Geschmack der Zeit. Zwar verbessert sich Friedrichs finanzielle Lage etwas, als Kronprinz Friedrich Wilhelm einige seiner Bilder kauft und auch der Dichter Wassili Schukowski mehrere Werke für die russische Zarenfamilie erwirbt, doch ist auch Friedrichs Wesen seinem Erfolg wenig zuträglich. Mehrfach lehnt er Bildungsreisen ins Ausland ab, kann und will sich gesellschaftlich nicht unterordnen und zieht einsame Tage in der Sächsischen Schweiz der Gesellschaft der Menschen vor. Selten geht er mit Carl Gustav Carus auf Wandertouren, auf denen beide zeichnen. Carus wiederum fährt, angeregt durch Friedrichs Bilder, in den Norden Deutschlands, besucht Rügen und Greifswald, wo das Geburtshaus von Friedrichs steht. Er protegiert den Künstler und versucht ihm eine Stelle als Professor an der Dresdner Kunstakademie zu verschaffen. Die Professoren jedoch verreißen Friedrichs Werk, das jede Freude vermisse und auf dem Menschen stets abgewandt vom Betrachter in gleichförmigem Umriss zu sehen sind. Nach Friedrichs Tod wird sein Hausrat versteigert. Als wertvollstes Stück gelten nicht seine Bilder, sondern ein altes Schiffsmodell.
Bilder vom Großfeuer im Münchner Glaspalast werden gezeigt, bei dem mehrere Hauptwerke Friedrichs verbrannten. Bis heute hat sich nur die Hälfte des Gesamtwerkes des Malers erhalten. Friedrich kommentiert aus dem Off, dass der Mensch von der Mitwelt nicht anerkannt werde, der die Grenzen seiner Zeit überschreitet. Er spinne sich in seinem Kokon ein und überlasse es der Zeit, was daraus werde: Eine Made oder ein Schmetterling.

"Ein Porträt, das die Empfindungen anspricht und die zeitgeschichtlichen Hintergründe beleuchtet.“
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