Filmportrait:
LORE

Filmplakat LORE

LORE


Deutschland/Australien/Großbritannien 2012
R: Cate Shortland (Sommersault), mit: Saskia Rosendahl (Für Elise), Nele Trebs, André Frid, Kai Malina; Ursina Lardi; Hans-Jochen Wagner; Sven Pippig; Katrin Pollitt
Länge: 109 Min., FSK: 16

Verfilmung des Romans "Die dunkle Kammer" von Rachel Seiffert.
Bewegende Odyssee einer von der Nazi-Ideologie überzeugten 15Jährigen durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland von 1945 und ihr Kampf mit der schrecklichen Wahrheit.
Eine Bilderbuchfamilie scheint da in der luxuriösen Villa zu wohnen: Adrette Kinder, eine schöne Mama und ein zackiger Papa. Mit den Privilegien ist es bald aus, der Hausherr war als hochrangiger SS-Offizier am Massenmord in Weißrussland beteiligt, während der bezopfte Nachwuchs sich an Hüpfspielen erfreute. Nach der Verhaftung der Eltern durch die Alliierten macht sich die Titelfigur mit ihrer Schwester, den Zwilling-Jungs und dem wenige Monate alten Baby auf den beschwerlichen Weg von Süd- nach Norddeutschland zur Großmutter.
Es wird eine Odyssee durch ein zerstörtes Land und zerstörte Seelenlandschaften.
Die Regisseurin wagt es auch die deutsche Zivilbevölkerung als Opfer des Faschismus zu zeigen, die nach dem Zusammenbruch versucht, zu verstehen, was mit ihr passiert ist, auf welchen Wahnsinn sie sich eingelassen hat und oft sehr schmerzvoll und widerwillig die Wahrheit erkennt. Oder wie am Ende die Großmutter einfach alles verdrängt und zur Tagesordnung übergeht. Das nachhaltige Nachkriegsdrama überzeugt mit großartigen Bildern und Newcomerin Saskia Rosendahl in der Titelrolle als Mädchen zwischen Sicherheit und Zweifel, jugendlichen Gefühlen und Überlebenswillen.

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